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COBOL

Ende der 50er Jahre wurde ebenfalls der Bedarf nach einer maschinen- und herstellerunabhängigen Programmiersprache für Verwaltungsanwendungen artikuliert, um Zeit und Kosten der Übertragung von Programmen beim Gerätewechsel zu verringern. Im April 1959 trafen sich in den USA auf Vorschlag von Mary K. Hawes von der Firma Burroughs sechs Personen aus Anwendungs- und Herstellerfirmen (unter ihnen Grace Hopper), um eine Strategie dafür zu beraten. Eine Delegation unter der Leitung von Grace Hopper wandte sich daraufhin an das Pentagon mit der Bitte, als Sponsor und Schiedsrichter eine offizielle Konferenz mit dieser Zielsetzung einzuberufen.

Bereits einen Monat später lud das Verteidigungsministerium 40 Fachleute (aus Herstellerbranche, Rüstungsindustrie, staatlichen und militärischen Computerzentren) zu einer Konferenz, die später institutionalisiert wurde und den Namen CODASYL (Conference on Data Systems Languages) erhielt. Diese außergewöhnlich schnelle Reaktion lässt sich damit erklären, dass Rechnervielfalt und verwaltungstechnische Expansion auch das Militär vor große Probleme stellte. Beim ersten CODASYL-Treffen im Mai 1959 wurde nicht nur die Entwicklung der neuen Sprache beschlossen, sondern es wurden zugleich verschiedene Aufgaben definiert und auf drei Ausschüsse für die Lösung von kurz-, mittel- und langfristigen Problemen verteilt. Es ist interessant, den weiteren Verlauf von CODASYL zu verfolgen, weil sich im Hintergrund gravierende Machtkämpfe zwischen konkurrierenden Herstellern abspielten. Bereits nach sechs Monaten hatte das Short-Term Committee ein Sprachkonzept für die COmmon Business Oriented Language, kurz COBOL, verabschiedet, und 1960 waren die ersten Compiler von Sperry Rand und RCA fertiggestellt.

Der Short-Term Ausschuss bestand aus neun festen Mitgliedern, darunter drei Frauen: Mary K. Hawes (Burroughs), Betty Holberton (David Taylor Model Basin) und Jean E. Sammet (Sylvania Electric Products). Zeitweise arbeiteten noch mit: Deborah Davidson (Sylvania Electric Products), Sue Knapp (Minneapolis-Honeywell), Nora Taylor (David Taylor Model Basin) und Gertrude Tierney (IBM).

COBOL war noch mehr als 30 Jahre lang die meist benutzte Programmiersprache der Welt. Mitte der 80er Jahre liefen nach Schätzungen des TIME Magazins auf Großrechnern COBOL-Programme im Wert von schätzungsweise 50 Milliarden US$, die teilweise erst mit dem Wechsel ins Jahr 2000 stillgelegt wurden.